aus Sicht der Anwohner

Der Raum Duisburg/Krefeld ist durch die angesiedelte Industrie und das hohe Verkehrsaufkommen bereits heute ein hoch belasteter Standort. Für das Hafengebiet Uerdingen und die Stadt Duisburg musste ein Luftreinhalteplan erstellt werden. Die Krebsrate in beiden Städten ist sehr hoch.

Durch das neue Kohlekraftwerk würden weitere massive Umwelt- und Gesundheitsbelastungen hinzukommen. Bereits die Anmeldeunterlagen des Bauvorhabens bei der Bezirksregierung enthielten Aussagen darüber, welche Belastungen auf die Nachbarn zukommen werden. Dazu gehören nicht nur die negativen Folgen aus dem Transport der Kohle vom Hafen quer durch Uerdingen zum Tiefbunker (Lärm, Staub), sondern vor allem die Zunahme der Luftschadstoffe und des lungengängigen Feinstaubs. Feinstäube und Schwermetalle können Lungenerkrankungen, Nervenkrankheiten, Arteriosklerose, Krebs, Schlaganfall, Herzinfarkt und Allergien auslösen – wie die Ärzteinitiative Krefeld warnend darstellt.

Bei vollem Betrieb werden – trotz modernster Filter – jährlich folgende Schadstoffe freigesetzt (von Trianel
geschätzt):

  • 500 kg Cadmium 1.000 kg Arsen
  • 500 kg Thallium 2.000 kg Nickel
  • 600 kg Quecksilber 6.000 kg Blei
  • 400.000 kg Staub

Auch bei Einhaltung der so genannten Grenzwerte werden also Menschen und Umwelt langfristig massiv belastet. Und die Möglichkeit, bis zu 30 % an so genannten Ersatzbrennstoffen wie z.B. Autoreifen, Tiermehl etc. mitzuverbrennen, ist zusätzlich gegeben.

Die Diskussion über den Klimawandel hat die Menschen darüber hinaus sensibel gemacht für das Treibhausgas CO2. Bei der Verbrennung der Kohle am Standort Uerdingen würden 4,4 Millionen Tonnen Treibhausgas pro Jahr entstehen. Alle Krefelder und Duisburger PKW zusammen verursachen ca. 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr.

Einige Nachteile für Uerdingen und die Uerdinger:

  1. 1. Trotz moderner Filtertechnik werden immer noch große Mengen Feinstaub pro Jahr in die Atmosphäre geblasen.
  2. 2. Der Wirkungsgrad der Anlage wird um 40% liegen, das heißt dass 60% der erzeugten Energie werden als Abwärme, in Verbindung mit Wasserdampf, an die Atmosphäre abgegeben. (Das wird, bedingt durch die Kondensation, die Regenhäufigkeit in Uerdingen deutlich steigern.)
  3. 3. Auf verschiedenen Wegen (Wasser, Schiene, Straße) müssen große Materialströme – in Form von Kohle, Asche, Gips, Filterkuchen – bewegt werden. Informieren Sie sich in unserer interaktiven Karte über den geplanten Transport vom Uerdinger Hafen zum geplanten Kraftwerk im Bayergelände.
  4. Immobilienbesitz in direkter “Kraftwerkslage” wird nicht im Wert steigen.
24.06.2007 - geschrieben von admin - abgelegt unter (Aktuelles)

Kommentare

Heiko Schmitt am 4 Februar, 2009 um 16:50 #

Warum veröffentlichen Sie -wissentlich- falsche Zahlen auf Ihrer Web-Seite? Sie behaupten z.B., dass 600 Kg Quecksilber jährlich in die Luft geblasen werden. Der Genehmigungswert für eine maximale Emission gemäß Gesetz beträgt 66g/h. Bei einer Laufzeit von ca. 7.500 Stunden im Jahr (optimistisch gerechnet) wären dies aber nur 495 Tonnen pro Jahr. Jeder weis, das es unmöglich ist ein Kraftwerk ständig am Grenzwert zu betreiben, und das BMU hat festgestellt, was tatsächlich moderne Filteranlagen noch durchlassen: 2,21g/Stunde, also warum machen Sie der Bevölkerung unnötig Angst???


admin am 8 Februar, 2009 um 21:11 #

Wir werden in Kürze auf die Zahlen zum Quecksilber-Gehalt genauer eingehen. Eines vorweg: Die Werte stimmen. In Anbetracht der obigen Fakten sollte man sich nicht wundern, wenn die Bürger Angst um Ihre Gesundheit bekommen.


Lungenkrebs am 9 Februar, 2009 um 14:00 #

Wenn ich solch eine Argumentation lese, kommt mir unwillkürlich die Galle hoch!
Wie kann jemand ernsthaft sagen “es sind doch NUR 495 TONNEN Quecksilber”?
Und wenn es NUR 100 Tonnen wären, reden wir hier immer noch von TONNEN QUECKSILBER die in einem dichtbesiedelten Gebiet freigesetzt werden!
Und Cadmium und Arsen sind bekannterweise auch der Gesundheit enorm zuträglich.
Mich würde interessieren wo Heiko Schmitt wohnt bzw. was er für diese Äusserungen erhält?


Heiko Schmitt am 12 Februar, 2009 um 16:48 #

Es tut mir leid, aber ich habe mich verschrieben, es muß richtig lauten:Bei einer Laufzeit von ca. 7.500 Stunden im Jahr (optimistisch gerechnet) wären dies aber nur 495 Kilogramm pro Jahr.


Florian Noto am 12 Februar, 2009 um 22:06 #

Es ist ja sehr erfreulich, dass das BMU eine Reduzierung auf 2,2 g/h für möglich hält. Läuft das Kraftwerk dann auch oder ist es abgeschaltet? Im Ernst: wenn dieser Wert möglich ist, warum wird dann ein dreißig Mal so hoher Grenzwert beantragt? Das kann doch niemand glauben! Die Genehmigung sollte eine Grenze ziehen, die den bestmöglichen Schutz für die Anwohner bietet, und den Betreibern keine Nachlässigkeit auf Kosten der Gesundheit der Bürger ermöglichen.


admin am 13 Februar, 2009 um 23:15 #

Wie versprochen nun das offizielle Statement des NUV in ZUsammenarbeite mit dem BUND, Krefeld:

Das anzuwendende Bundesimmissionsschutzgesetz (BIMschG) regelt keine Einzelwerte fuer Großfeuerungsanlagen, sondern nur die daraus abgeleitete Verordnung (13. BImschV) und Verwaltungsvorschrift (TA Luft). Waehrend die TA Luft unter Nr.5.2.2 einen allgemeinen Massenstrom für 0,25 g/h und eine Massenkonzentration von 0,05 mg/m³ fuer Quecksilber(Hg) vorgibt, beinhaltet die fuer Kraftwerke anzuwendende 13. BImschV nur Vorgaben fuer Massenkonzentrationen, beim Hg 0,03 mg/m³. Aus der Massenkonzentration ergeben sich dann anlagenspezifisch die Massenstroeme in Abhaengigkeit vom jeweiligen Volumenstrom.

Sie gehen wahrscheinlich von dem für den Genehmigungsbescheid beantragten Wert aus, der für uns ohne die Formulare mit den Volumenstromangaben nicht nachvollziehbar ist. Leider mußten wir immer wieder feststellen, daß Trianel (aber auch Bayer!) trotz unserer wiederholten Anfragen und Angeboten von gemeinsamen Treffen mit konkreten Zahlen immer sehr zurückhaltend war. Jedoch bestaetigt der Antrag sehr wohl die Angabe von nahezu 600 kg/a Quecksilber, die zustande kommt, wenn man die 0,066 kg/a auf die volle Jahresstundenzahl (8760) – die ja beantragt wurde – hochrechnet. Wenn wir weiter davon ausgehen, dass fuer die Anlage die 0,03mg/m³ beantragt wurde, hat sie einen Volumenstrom von 2,2 Mio. m³/h. Können Sie ja dann mal nachrechnen.

Wie Sie sehen, haben unsere Aussagen nichts damit zu tun, den Bürger zu verängstigen, sondern ihn aufzuklären. Die paar Zahlen aus der “Informationsbroschüre von Trianel” kann man übrigens nicht als erstzunehmende Information bezeichnen, da sie nur darauf ausgelegt ist den Bürger mit bewusst gegelassenen Fakten zu beruhigen. Auch die Webseite von Trianel gibt da nicht viel mehr her.

Abschliessend würden wir Ihnen empfehlen, sich unbedingt direkt mit Ihrem Arbeitgeber in Verbindung zu setzen, der derzeit seine Arbeitnehmer damit verängstigt, indem er postuliert, daß er ein über siebenmal so großes, überdimensioniertes Kraftwerk benötigt, um den Standort in Uerdingen noch nicht jetzt aufzugeben.

Wer macht hier also Angst? Wer nennt falsche Zahlen oder verschweigt welche?

Mit freundlichen Grüßen und Dank für Ihr Interesse an unserer Webseite

Niederrheinische Umweltschutzverein & BUND Krefeld


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