aus Sicht von Bayer
Um die Energieversorgung zu sichern und den für den Produktionsprozess notwendigen Dampf zu erzeugen, braucht der Chemiepark ein Kraftwerk. Die Entscheidung für den Bau auf dem Bayer-Gelände ist aber nicht abhängig vom Brennstoff Steinkohle und auch nicht von der Größe. Ein kleineres Kraftwerk mit dem umweltfreundlicheren Brennstoff Gas und höherer Energieausnutzung würde zwar den Standort des Chemieparks sichern, aber Trianel nicht die angestrebten Gewinne bringen, die sie durch den Verkauf des Überschusses (mehr als 60 %) an der Energiebörse zu erzielen hoffen. Der Erhalt der Arbeitsplätze ist nicht an den Brennstoff Steinkohle gebunden, denn auch bei einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk entstehen beim Bau und im späteren Betrieb Arbeitsplätze.
Weitere Vorteile für Bayer:
1. Die Brachlandfläche kann Bayer gewinnbringend an die Trianel-Gruppe verkaufen.
2. Bayer kann die Investitionen für die Dampfkessel sparen und lediglich bedarfsgerecht Energie zukaufen, was bei einer möglichen Standortschließung die Abschreibungen senkt.
Aus Bayersicht also eine logische unternehmerische Entscheidung.
Hintergrund:
Der Bayer Chemie-Park in Uerdingen besitzt eine Brachlandfläche von circa 50 ha. In etwa sieben Jahren müssen zwei Dampfkessel ersetzt werden, um den Dampfbedarf der Industrieanlagen zu decken. Der Energiebedarf des Bayer Chemieparks wird allerdings langfristig rückläufig sein. In den letzten 10 Jahren wurden große Teile der Produktion ins Ausland verlegt. Andere Produktionslinien wurden veräußert. (Kerr McKee Tronox, Chemion, Lanxess, BIS, BMS, BTS, …..) Die eigenen Mitarbeiter wurden bereits in die Bayer-Industrie Service GmbH ausgelagert, um bei notwendigen Restrukturierungen flexibler handeln zu können. Kurz gesagt, der Bayer Chemiepark ist in Uerdingen keine feste Größe mehr. Was in 5, 10 oder 15 Jahren in Uerdingen passiert kann heute keiner voraussagen.
21.06.2007 - geschrieben von admin - abgelegt unter (
Aktuelles)
Kommentare
W. Moll am 7 September, 2007 um 23:00 #
warum gibt es hier nur kommentare gegen das kraftwerk? kann es sein das hier manipuliert wird?
schönen abend noch ulrich!!!
admin am 13 September, 2007 um 23:16 #
Herr Moll,
vielen Dank für Ihren Kommentar. Bitte schildern Sie uns doch einfach, welche Vorteile Sie persönlich für BAYER sehen, wenn ein Kohlekraftwerk anstatt eines Gaskraftwerkes gebaut wird. Bitte vergessen Sie dabei auch nicht die langfristigen Folgen für das Unternehmen und die Umwelt. Danke vorab.
Gruß
M. Freyt
Daniel Krüll am 18 Dezember, 2007 um 12:55 #
Wo zwei Parteien gegeneinander argumentieren wird es immer Kontrapunkte geben. Wichtig ist aber, dass dies in einem Rahmen geschieht, der auch richtig und auf einer wahren Grundlage steht. Was ich nicht akzeptieren kann ist, dass gegen ein Unternehmen, welches in den Standort Uerdingen investieren möchte in dieser scharfen und nicht wahrheitsgemäßen Form vorgegangen wird. Hier einige Beispiele:
Zitat: „Ein kleineres Kraftwerk mit dem umweltfreundlicheren Brennstoff Gas und höherer Energieausnutzung würde zwar den Standort des Chemieparks sichern, aber Trianel nicht die angestrebten Gewinne bringen, die sie durch den Verkauf des Überschusses (mehr als 60 %) an der Energiebörse zu erzielen hoffen.“
Natürlich hat Trianel an dem Kraftwerk auch wirtschaftliche Interessen. Keiner würde eine Firma eröffnen, wenn von vornherein klar ist, dass sich das Unternehmen nicht rechnet. Auf der anderen Seite steht ein günstig und vor allem unabhängig vom Ölpreis und damit wettbewerbsgerecht produzierter Strom, der mit der neusten Technik in Sachen Kraft-Wärme Kopplung erzeugt wird. Das sollten alle die bedenken, die unter der Last steigender Strompreise stöhnen. Auch ein Chemiepark rechnet ähnlich wirtschaftlich, muss aber über Jahre und Jahrzehnte im Voraus planen, um interessierten Partnern eine vernünftige Versorgung zuzusichern. Zudem werden auch Gas und Öl schneller erschöpft sein, als wir es wahr haben wollen.
Zitat: „Bayer kann die Investitionen für die Dampfkessel sparen“
Was soll denn damit gewonnen werden? Mit dieser Lösung laufen doch nur die alten, in die Jahre gekommenen Kraftwerke noch mal 20 Jahre weiter und entsprechen nicht der neusten Technik. Das kann nicht im Interesse der Bevölkerung sein, die sich jetzt so vehement gegen ein neues Kraftwerk stellt.
Zitat: „Der Energiebedarf des Bayer Chemieparks wird allerdings langfristig rückläufig sein. In den letzten 10 Jahren wurden große Teile der Produktion ins Ausland verlegt. Andere Produktionslinien wurden veräußert. (Kerr McKee Tronox, Chemion, Lanxess, BIS, BMS, BTS, …..)“
Natürlich wird der Energiebedarf auf lange Zeit rückläufig werden wenn ansiedlungswillige Unternehmen keine energetische Perspektive sehen, sich im Chemiepark in Uerdingen anzusiedeln und Produktionen ertragreicher Betriebe aus wirtschaftlichen Gründen ausgelagert werden müssen. Im Moment finden kleinere Investitionen im Chemiepark statt (Logistikzentrum für Polycarbonate), weitere Ansiedlungen sind in Planung. Damit dieser Trend bestehen bleibt, muss die Infrastruktur in allen Bereichen der Ver- und Entsorgung gesichert sein. Denn nur Investitionen und Wandlungsfähigkeit bedeuten auf lange Sicht Arbeitsplätze. Auch ist es notwendig, alte „verbrauchte“ Anlagen abzureissen und so Freiflächen für Neuansiedlungen zu schaffen. Anscheinend will sich damit aber keiner der Kraftwerksgegner beschäftigen. Aber es soll nicht vergessen werden, das die meisten der Chemieparkmitarbeiter aus der Region stammen und auch zu den Wählern der jeweiligen Städte gehören.
Zitat: „Die eigenen Mitarbeiter wurden bereits in die Bayer-Industrie Service GmbH ausgelagert, um bei notwendigen Restrukturierungen flexibler handeln zu können“
Dieter Nuhr sagte einmal: Wenn man keine Ahnung hat einfach mal Klappe halten! Dieser berühmte Satz trifft auf oben stehendes Zitat zu, da nur die Mitarbeiter der so genannten Standortdienste, wie z.B. Feuerwehr, Werkschutz, Energie, Technische Dienste usw. in die Service Gesellschaft Bayer Industry Services (BIS, ab 1.1.08 Currenta GmbH & Co. OHG) überführt wurden, nicht aber die Betriebsmitarbeiter der produzierenden Betriebe wie BMS oder Lanxess. Mit einem neuen Strukturprojekt wurden in langem Kampf Arbeitsplätze erhalten und neu strukturiert, die sonst weggefallen wären. Leider betrifft dies nicht alle Areitsplätze, aber die Masse wurde aufgefangen und es wird begonnen, diese Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern, woran Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der BIS gemeinsam arbeiten. Also, erst informieren, dann schreiben!
Zitat: „Kurz gesagt, der Bayer Chemiepark ist in Uerdingen keine feste Größe mehr. Was in 5, 10 oder 15 Jahren in Uerdingen passiert kann heute keiner voraussagen.“
Der Satz erschreckt mich ein wenig, zum einen, da auch ich einfacher Arbeiter im Chemiepark Uerdingen bin und mit 26 Jahren noch mehr als ein halbes Arbeitsleben vor mir habe, zum anderen stellt er ziemlich nüchtern dar, das die Region Krefeld-Duisburg kein Interesse an Arbeitsplätzen im Chemiepark, dadurch resultierende Steuereinnahmen und Kaufkraft der Arbeiter in der Region hat und der ganze Verbund zu einem Sterben auf Raten verurteilt ist. Und wer jetzt anfängt mit Übernahme der Krefelder Mitarbeiter in andere Werke, dem sei gesagt, das Autoabgase von ca. 2000 Autos über eine Strecke von 100 km und mehr am Tag auch nicht umweltfreundlich sind. Jetzt dürfen die großen Rechner unter den Gegnern wieder ran….
Beim Thema Kraftwerk stehe ich anders als bei anderen aktuellen Projekten auf der Seite meines Unternehmens, weil ich finde, das dieses Projekt eine durchdachte und wirtschaftliche Lösung für unseren Chemiepark ist.
Mit freundlichen Grüßen
Daniel Krüll
Mitarbeiter der BIS am Standort Uerdingen
Klaus Tucher am 1 Juni, 2008 um 00:14 #
Scheiß was auf die Umwelt. Dat Kraftwerk muß her. Immer diese Öko-Sentimentalität. Bayer wird Euch Scheißern noch zeigen, wo es lang geht. Ich stehe voll und ganz hinter dem Kraftwerk!
A.Nitschke am 29 September, 2008 um 11:06 #
Der Austausch einer kleinen Dreckschleuder durch eine große Dreckschleuder für immer weniger Mitarbeiter in immer weniger Betrieben
im früheren Bayer-Werk und heutigem
Chem-Park, ist ein Schlag in`s Gesicht
für jeden Anwohner.
Für die Gewinnoptimierung würden die
Multinationalen Konzerne Hand in Hand
mit den Energie-Faschisten über Leichen
gehen.
Mit Solidarischen Grüssen:
A.Nitschke
andreas buscher am 13 November, 2008 um 11:21 #
ich liebe euch bebis macht bitte das kohlekraft werk damit ich arbeiten kann
thomas am 25 November, 2008 um 12:20 #
ich finde diese ganze (kaka) nur schrott kohle macht abgase und die stinken wie der lucas. der hat namlich auch immer so eine verbrennung damit er funktioniert und energie erzeugt. so ähnlich ist dass also ich bin kein noob!! kraftwerk krefeld ich singe für dich!
ich grüße die 9e (außer moggi) der ges kaiserplatz
Marcel.Jansen am 27 November, 2008 um 11:24 #
HI ihr süüsen ich liebe euch. Ich mach mich führ euch schmutzig im Kohlakraftwerk. ich habe einene kleinen Hals ich stinke
E.Krolzik am 29 März, 2009 um 00:23 #
Die Kommentare lassen sehr zu wünschen übrig! Meine Empfehlung: Mal einen Tag speziell auf der kinderonkologischen Station zu verbringen und mit den Ärzten sprechen. Habe mit meinem Kind Jahre unseres Lebens dort zugebracht.
Jan Grabowski am 17 Januar, 2010 um 22:50 #
Was heißt in den Texten: Standort Uerdingen???
Es gibt kein Bayer in Uerdingen !!!
25 oder mehr Fremdfirmen “stationieren” da! Und weiß der Teufel, wie lange?
Als Beispiel kann man sich die Geschichte von Schwefelsäure und Titandioxid angucken?
Bei Bayer ROTE Zahlen, Verkauf an KerrMcGee – SOFORT schwarze ! Keine Änderung der Technologie, der Mitarbeiterzahl, etc, ABER SCHWARZ Statt ROT! Vielleicht reicht es den Buchhalter zu wechseln?
Aber das ist nicht alles. In Oklahoma hat man auf der anderen Strassenseite einen “Partner” gefunden, und jetzt kam Tronox!
Heute – INSOLVENZ.
Bayer interessiert das nicht!
Bayer ist aus dem Schneider.
Bayer, eine große Familie vor 20 Jahren gibt es nicht mehr.
Und wir, Uerdinger sollen uns sorgen machen, ob sich das neue Kraftwerk für Bayer lohnt, oder nicht ?
Vielleicht sollen die Mitarbeiter in nächste Zukunft rauchend, hustend auf Nachtschicht bei Tronox etc gehen, aber eigene Lungen vor Zigaretten schützen!
Man kümmert sich doch um die Gesundheit in Krefeld, in Deutschland !
Nicht um DIE Kohle….
neeeeeeeeeee
uwe h am 16 Juni, 2010 um 19:45 #
Ich kann dem Eintrag von Daniel nur voll zustimmen, denn eines ist mir immer noch vollkommen schleierhaft: Wenn ich für die Umwelt bin,wieso kann ich dann mit einem supergroßem Auto einkaufen in einem Bio laden.
Michael am 28 Juni, 2010 um 14:34 #
Mal abgesehen davon, dass Tronox wieder Recht gut zu Recht kommt trotz Insolvenz.
Ohne Currenta (Chempark Betreieber) fehlen 120 Ausbildungsplätze Jährlich!
Natürlich müssen wir auf unsere Umwelt achten, desswegen benutzt man auch neust technik um so wenig Co2 zu produziern wie es geht!
Franz57 am 2 Juli, 2010 um 10:44 #
Ich finde es gut, dass es doch einige Menschen gibt, die sich den Kopf über unsere Zukunft zerbrechen. Bei den einen geht es um die Arbeitsplätze, was noch sehr wichtig ist für die Familien (Zukunftssicherung) und bei anderen geht es um CO2 und andere Umweltsünden, die unseren Planeten nachhaltig schädigen können und damit unbewohnbar machen können (vielleicht erst in 200 Jahren oder schon in 30 Jahren; wer weiß, wann das ökologische Gleichgewicht irreversibel umkippt).
Ein dritter Punkt fehlt hier aber noch:
Können wir es uns leisten die letzten Kohlereserven zu verbrennen, obwohl es andere Möglichkeiten gibt? Warum nehmen wir zukünftigen Generationen die Rohstoffe Öl, Gas und Kohle etc. weg, wenn es doch Alternativen gibt?
Nur weil diese Alternativen teurer sind und wir Angst um unsere Arbeitsplätze oder Profite haben?
Im Grunde sieht doch jeder ein, dass es so nicht weitergeht. Jeder Mensch kann denken, sich die Fakten besorgen (Internet…), abwägen und entscheiden. Zumindest von Natur aus ist das möglich. Jetzt kommen aber Ängste hinzu, die den natürlichen Menschenverstand ausschalten. Der Firmenboss hat Angst um seine Existenz, denn wenn er keine hohen Gewinne einfährt kann er keine hohen Dividenden zahlen. Wenn er keine oder nur kleine Dividenden zahlt springen die Aktionäre ab und die Firma geht den Bach runter. Die Arbeiter haben Angst um ihre Arbeitsplätze. Wirklich? Nein, eher um das damit verbundene Einkommen. Ohne Einkommen kann die Familie nicht überleben und man hat Angst vor dem vernichtenden Urteil der Nachbarn. Sozialer Abstieg ist ja oft mit Häme verbunden. Der Konkurrenzdruck untereinander ist hier doch sehr stark. Man handelt eher gegen sein Gewissen, als dass man den Arbeitsplatz riskiert.
Wie wäre es mit einer Welt, in der diese Ängste ausgeschaltet wären. Was würde jeder von uns tun, wenn alle an allem partizipieren könnten?
Keiner wäre mehr erpressbar und könnte in seinem Umfeld für ein gutes Klima (im doppelten Sinne gemeint) sorgen. Denken wir wieder menschlich. Denken wir an unsere Kinder und Enkel. Was für eine Welt wollen wir ihnen hinterlassen. Oder andersherum: Können wir es ertragen, wenn unsere Kinder und Enkel uns verfluchen, weil sie keine Lebensgrundlage mehr haben?
Nicht Profitdenken bringt uns weiter, weil es zu kurzfristig ist, sondern nur der gesunde Menschenverstand.
Was brauchen wir wirklich und was sind wir bereit dafür zu zahlen?
MfG Michael