aus Sicht der Ärzte & Apotheker
Ärzte in Krefeld um Dr. Bernd Kaufmann haben eine Initiative gegen das Steinkohlekraftwerk gestartet. Seine Kollegen, zahlreiche Apotheker und er selbst verweisen schon jetzt auf einen unweigerlichen Anstieg an Herz- Kreislauf- Erkrankungen und Lungenerkrankungen wie Lungenkrebs falls das Kohlekraftwerk tatsächlich realisiert wird.
Multimedia-Präsentation: Feinstaubbelastung und Ihre Folgen (Dr. Bernd Kaufmann)
Lesen Sie hier zu welchen Schlussfolgerungen die Ärzteinitiative nach intensiver Analyse aller Parameter im Hinblick auf das geplante Kohlekraftwerk gekommen ist: Schlussfolgerungen zur Gesundheitsrelevanz
Aufruf: Start der Initiative (pdf)
Apotheker und Ärzte (aktuelle Übersicht als PDF)
Abgesehen von diesen Ergebnissen der Gesundheitsrelevanz und den klimawirksamen Veränderungen kommen auch weitere wissenschaftliche Untersuchungen zu den gesundheitlichen Aspekten von Schadstoffbelastungen der Luft zu folgenden medizinischen Ergebnissen:
| 1. Peters in : The Lancet 31.6.1997 Increased plasma viscosity during an air pollution episode: a link to Mortality?Es wird nachgewiesen, daß in Augsburg im Jahr 1985 während einer Episode von 13 Tagen deutlich erhöhter Luftverschmutzung es zu Deutlich erhöhter Blutviskosität kommt, und damit die Inzidenz von Herzerkrankungen signifikant zunimmt. Erklärt wird es mit der Auslösung einer Entzündungsreaktion, die durch äußere toxische Teilchen hervorgerufen wird.Quelle: Increased plasma viscosity during an air pollution episode: a link to Mortality? (pdf) |
| 2. Stone in: New England Journal of Medicine 27.10.2004 Triggering Myocardial InfarctionStone beschreibt die Pathophysiologie der Entstehung von Aterio-Sklerose. Er sagt, dass epidemiologische Studien einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Morbidität zeigen. Akute Belastungen z.B. im Straßenverkehr führt schon zu erhöhter Inflammation der Gefäße, erhöhter Viskosität und Vasokonstriktion. Langfristige Effekte von schmutziger Luft auf die proinflammatorischen, proarterio-Sklerotischen und prothrombotischen Effekte sind zwingend. Es besteht eine hohe Notwendigkeit (greater urgency) unsere Anstrengungen zur Reduktion von Feinstaub zu beschleunigen und die cardiovaskuläre Risiken für Gesundheit zu verbessern.Quelle: Triggering Myocardial Infarction (pdf) |
| 3. Miller in : The New England Journal of Medicine 1.2.2007 Long-term Exposure to Air Pollution and Incidence of Cardiovaskular Events in WomenIn der Untersuchung von 66.000 Frauen konnte gezeigt werden, daß Frauen mit höherer Exposition zu Feinstaub (hier PM 2,5) eine deutlich höhere Rate an tödlich / nichttödlichen kardiovaskulären Ereignissen (Herzinfarkt, Schlaganfall…) erlitten. 10µg/m³mehr Feinstaub führte zu 24% höherer Rate an Ereignissen.Quelle: Long-term Exposure to Air Pollution and Incidence of Cardiovaskular Events in Women (pdf) |
| 4. WHO air quaility guidelines global update 2005 Aufgrund von neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen sollen den Regierungen Richtlinien an die Hand gegeben werden, Grenzwerte bezüglich einzelner Schadstoffe in der Luft einzurichten. Der Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Herz-Kreislauferkrankungen und Lungenerkrankungen wird beschrieben. Bei Feinstaub PM 2,5 kann man sagen, dass es keinen unteren Schwellenwert gibt, unterhalb dessen keine Gesundheitsstörung auftritt (wie der Radioaktivität). Es geht um “quantitative assessment”. Für PM 2,5 wurde als unter Grenze 10µg/m³ festgelegt. Bei 35µg/m³ ist die höchste Rate von Gesundheitsstörungen gesehen worden. Untersuchungen und Beschreibungen folgen für Ozon, NO2 und SO2.Quelle: WHO air quaility guidelines global update 2005 (pdf) |
| 5. Brook in: The New England Journal of Medicine 21.01.2005 Exposure to Traffic and the Onset of Myocardial InfarctionEs kann ein signifikanter Zusammenhang zwischen der verbrachten Zeit im Straßenverkehr und Myokardinfarkt gezeigt. Neben einer ausführlichen Darlegung des Studiendesigns werden in der Diskussion die Effekte von Schadstoffen (Feinstaub), Streß diskutiert.Quelle: Exposure to Traffic and the Onset of Myocardial Infarction (pdf) |
| 6. Pope in Circulation 6.12.2006 Ischemic Heart Disease Events Triggered by Short-Term Exposure to Fine Particulate Air PollutionKurzfristige Exposition von Feinstaub PM 2,5 kann bei disponierten Patienten einen Herzinfarkt triggern (signifikante Assoziation). 26.000 Patienten nach stattgehabter Coronarangiographie wurden im Zeitraum von 1994 – 2004 beobachtet. Der Autor hebt hervor, dass hier Patienten in gut definierten medizinischen Untersuchungsstatus, gut definiertem Aufenthaltsort des Patienten und tägliche Luftmessungen stattfanden, was gute Korrelationen erlaubt. Allerdings ist diese Aussage nur für Patienten mit einer nachgewiesen KHK (Steonse einer Kranzarterie von > 70%). Für langfristige Effekte von Feinstaub ist diese Studie nicht geeignetQuelle: Ischemic Heart Disease Events Triggered by Short-Term Exposure to Fine Particulate Air Pollution (pdf) |
| 7. Brook in: Air Polution The “Heart” of the ProblemEr beschreibt die Pathophysiologie der Schädigung durch systemische Enzündungsreaktion, Risikoerhöhung für hohen Blutdruck. Hier wird genauer auf die Morphologie der Staubpartikel eingegangen und die Komplexität der biologischen Effekte je nach Analyse der Partikel. Eine Vielzahl von Studien hat Zusammenhänge zwischen Staubbelastung und Morbidität / Mortalität gefunden. Bei Samet et.al. (diese Studie wurde in den 20 größten Städten gemacht) wird eine Erhöhung der täglichen Todesrate von 0,51% für jede Zunahme von 10ug/m3 Staub PM 2,5 festgestellt. Dockery et.al fand eine Erhöhung des cardiopulmonaren Mortalität von 6-9% pro 10ug/m3 PM 2,5 über 16 Jahre.Quelle: The “Heart” of the Problem (pdf) |
| 8. Brook in Circulation 1.6.2004 Air Pollution and Cardiovascular Disease: A Statement for HealthcareProfessionals from the Expert Panel on Population and Prevention Science of the American Heart Association Es werden diverse Studien zitiert, die einen Zusammenhang aufzeigen wie bei 7. Es wird unterschieden in Studien, die kurzfristige Effekte zeigen und solche, die langfristige Effekte untersucht haben. Eine ausführliche Beschreibung der Pathophysiologie folgt. Trotz letztlich unvollständigem Verständnis sind aus den Studien Konsequenzen zu ziehen, nämlich in Anstrengungen zur Reduktion von Luftschadstoffen.Quelle: Air Pollution and Cardiovascular Disease: A Statement for Healthcare (pdf) |
| 9. Pope: in Circulaton 6.1.2004 Cardiovascular Mortalitiy und Long-Term Exposure to Particulate Air PollutionDaten der ACS (American Cancer Society) wurden mit Luftverschmutzungsdaten in amerikanischen Städten verlinkt. Dabei wurde gefunden, daß langfristige PM 10 – Exposition mit hoher Herzschädigungsrate einhergeht (8 – 18% Zunahme der Mortalität). Assoziation zu Lungenerkrankungen ist demgegenüber eher schwach.Quelle: Cardiovascular Mortalitiy und Long-Term Exposure to Particulate Air Pollution (pdf) |
| 10. Clancy in The Lancet Effect of air-pollution control on death rates in Dublin, Ireland: an intervention studyNach dem Verbot der Kohleverfeuerung in Dublin am 1.9.1990 wurde statistisch beobachtet, daß eine höhere als erwartete Reduktion der Morbidität und Mortalität von respiratorischen und kardiovaskulären Erkrankungen stattfand. Die Rauchkonzentration reduzierte sich von 35 auf 6 ug/m3 mit den darin enthaltenen Schadstoffen.In Dublin 116 weniger Todesfälle respiratorisch und 243 Todesfälle kardiovaskulär). Es wurden jährliche Untersuchungen über 6 Jahre durchgeführt.Quelle: Effect of air-pollution control on death rates in Dublin, Ireland: an intervention study (pdf) |
| 11. Kley in Deutsches Ärzteblatt Zunahme von Allergien bei SchulkindernEs wird gezeigt, daß eine Zunahme von Allergien im Schulkindesalter bei zunehmender Luftverschmutzung (Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon) stattfindet. Studie wurde in Sachsen-Anhalt gemacht (Vergleich ost- und westdeutsche Kinder im Zusammenhang mit der entsprechenden Luftbelastung.Quelle: Zunahme von Allergien bei Schulkindern (pdf) |
| 12. Zylka-Menhorn in Deutsches Ärzteblatt April 2005 Feinstäube – Winzlinge mit großer WirkungGrobe Feinstaubpartikel wurden mit den Jahren reduziert, Konzentrationen von Feinstäuben stiegen. Der Zusammenhang mit chronischem Husten, Bronchitiden, kardiovaskulären Erkrankungen, kardiovaskulären Risiken, Verschlechterung der Lungefunktion, LungenCa und Verkürzung der Lebenserwartung gilt als gesichert. Dr Lahl v Bundesumweltministerium: Wir können davon ausgehen, daß mehr Menschen durch Feinstaubexposition sterben als durch Verkehrsunfälle. Meßstationen messen pauschal nur die Masse aller Teilchen unter PM 10. Grenzwerte sind ein Kompromiß aus medizinisch sinnvollem und technisch Machbarem. Deutlich erhöhte Feinstaubkonzentrationen führen zu einer erhöhten Herzinfarktrate von 48 %, nach 24 Stunden um 69 %. Eine erhöhte Feinstaubkonzentration um 10ug/m3 im Jahresmittel führt zu einer Erhöhung der Gesamtmortalität von 6%, 9% für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 14% für LungenCa. In Mehrschadstoffmodellen konnte nachgewiesen werden, daß die Kurzzeitwirkungen von Schwebstaub bedeutsamer sind als die von gasfrömigen Schadstoffen wie Ozon, No2, S92 und C0. Die Abgrenzung der Langzeitwirkungen verschiedener Schadstoffe voneinander ist dagegen schwieriger.Quelle: Feinstäube – Winzlinge mit großer Wirkung (pdf) |









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