Über unsere Umwelt

Vom 14. Mai bis 28. Juni 2010 haben die Bürger die Möglichkeit, Einwendungen gegen das geplante Trianel-Steinkohlekraftwerk zu erheben. Den Einwendungsvordruck können Sie hier auch digital downloaden und selbst ausdrucken.

Natürlich verursacht ein modernes Kohlekraftwerk durch seinen höheren Wirkungsgrad weniger CO2 als alte Anlagen gleicher Leistung. Aber das geplante Kohlekraftwerk hat eine vielfach höhere Leistung als die alten
Kessel von Bayer. Das ist so, als ob man einen LKW mit 30 Tonnen aus dem Jahr 1970 durch 4 neue 30-Tonner aus 2007 ersetzt. Natürlich werden durch 4 moderne LKW mehr Schadstoffe erzeugt. Der Zeitpunkt der Stilllegung der alten Kessel bei Bayer steht zudem noch nicht fest. Bestenfalls mittelfristig (nach 2015) sollen sie nach Auskunft von Bayer abgeschaltet werden. Denn abgeschriebene Kohlekraftwerke sind genau wie alte Atommeiler eine `Lizenz zum Gelddrucken´. Genauso wenig ist zum jetzigen Zeitpunkt bekannt, ob die von Trianel zur Nachrüstung angebotene Kohlendioxid-Abscheidetechnik (CCS) bis 2020 soweit entwickelt sein wird, dass sie industriell einsetzbar wäre. Sicher ist, dass mehr als ein Drittel der ursprünglichen CO2-Belastung bleibt. Und weil sich dadurch der Wirkungsgrad vermindert, stellt sich die Frage nach der
Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks.

Während also alles vom beginnenden Klimawandel spricht und der östliche Mittelmeerraum unter einer beispiellosen Hitzewelle stöhnt, scheint Krefeld die Zeichen der Zeit verschlafen zu haben:

Die Firma Trianel plant mit massiver Unterstützung durch die BAYER AG ein großes, mit Importkohle befeuertes Kraftwerk mit ca. 750 MW elektrischer Leistung. Im geplanten Steinkohlekraftwerk würden jährlich mindestens 4,4 Millionen t Kohlendioxid produziert. Das Gas, vielen auch unter seiner chemischen Formel CO2 bekannt, gilt als Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Im Vergleich zu Steinkohle-Kraftwerke verursachen modernen Erdgas- und Dampfturbinenkraftwerke wesentlich geringere spezifische CO2-Emissionen (etwa die Hälfte, 56 %, des Treibhausgases).

Derartige Alternativen werden derzeit jedoch ignoriert – gibt es doch auch hierzulande sicher mehr Möglichkeiten, als Großkraftwerke in die Landschaft zu setzen. Beispiel Dänemark: Kleine dezentrale Heizkraftwerke, die oft mit Biomasse betrieben werden, liefern rund 24 Prozent des Stroms, die Windenergie leistet etwa 20 Prozent.

Auch der Gesamt-Wirkungsgrad des Steinkohlekraftwerks liegt bei max. 51% – trotz der relativ geringen Dampfauskoppelung für den Chemiepark.

Auch das Kühlwasser, das dem Rhein südlich der Kläranlage in Uerdingen entnommen wird, soll mit einer Temperatur von max. 35 Grad Celsius wieder zurückgeführt werden. Ob diese Temperatur zu hoch ist, mögen die Experten entscheiden. Ebenso die Frage, wie die Fischgewässerrichtlinie bzw. Wasserrahmenrichtlinie eingehalten werden können. Nachdenklich stimmt allerdings der Hinweis, dass das Kraftwerk in Hitzeperioden gedrosselt werden soll, „um eine zu starke Erwärmung des Flusses zu verhindern“. Mussten nicht in diesem Sommer Atomkraftwerke abgeschaltet werden, weil die Temperatur des Wassers zur Kühlung nicht mehr ausreichte?
In 6 von 12 Monaten kommt inzwischen, bedingt durch Hitzeperioden und große Trockenheit, die Temperatur des Rheinwassers der für Fische kritischen Temperatur sehr nahe.

Frage nach dem Sinn:

Unsere Politiker arbeiten seit Jahrzehnten daran dem Bürger mitzuteilen, dass die Verbrennung fossiler Brennstoffe die Erderwärmung verursacht. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Jahr 2007 belegen dies ganz offensichtlich. In den Städten werden grüne Zonen eingerichtet, um die Feinstaubemmissionen zu reduzieren. Die Bürger sollen Fahrzeuge mit neuester Technologie erwerben, um ihren Beitrag an der Reduzierung der Feinstaubemmission und des CO² Ausstoßes zu erbringen. Die Autoindustrie soll Fahrzeuge bauen, die 30% weniger CO² ausstoßen als heute üblich. Die Immobilienbesitzer sind gezwungen alte Ölbrenner durch moderne Anlagen zu ersetzen. Da die meisten Bürger die Folgen der Erderwärmung selbst wahrnehmen sind sie auch bereit diese Bürde zu tragen.

Welchem denkenden Menschen ist es noch zu vermitteln, dass die Anstrengungen hunderttausender Bürger die Erderwärmung zu verzögern, mit einem einzigen Kraftwerk, veralteter Bauart, zur Bedeutungslosigkeit degradiert werden.

24.06.2007 - geschrieben von admin - abgelegt unter (Aktuelles)

Kommentare

Wilbers am 30 August, 2007 um 21:41 #

danke für Ihre Infornationen. Mein Hals wird immer dicker!
Schicken Sie diese Ihre Infos auch ans die WZ+RP+Stadtspiegel-Redaktionen? Und wie reagiert man dort? mfG hw

NS. Schauen Sie mal unter http://www.marktplatz-Uerdingen.de unter Mundart i-Archiv


admin am 30 August, 2007 um 23:10 #

Vielen Dank für diese Ermutigung. Bezgl. der Zusammenarbeit mit der lokalen Presse äussern wir uns in Kürze….

Bis dahin möchte wir gerne einen Artikel von http://www.marktplatz-Uerdingen.de auch hier plazieren:

Möt Kohle stooeke en Oeding

Nau kammer bald jedden Dag Diskussione öwer dat jeplande
Oedingsche Kohle-Kraftwerk höre. Dä eene es doför, den angere
dojäeje. On jeddereene vertritt sin Meinung mehr oder wennijer
laut. Laut jo, mar och wies? All dont se so, als wenn se möt
Verstangk arjumentiere denge. Also ech kapier dat net. On do
bön ech en bester Jesellschaft. Van Wolfram Vieweg, wat
sojar enne Professor es, soll mer wahl aanähme, dat hä
jelehrd on och jelehrich es. Mar hä bekennd em Blättsche
schwatt op witt, dat hä bee dä Versöck, et te kapiere, fies
jescheitert es on dat hä all die bewongere möss, die et
bejreepe haie on dat och wies on klock jedden sage, wie
mer an Schmitz Backes vorbee kömmt. So of so!
Och ech han versöckd, schlau te wäde on han bee Trianel
aanjefrogt, of et denn stemmt, dat jedes Johr so on so völl
Cadmium, Thalium, Qecksilber, Arsen, Nickel, Blei, Stüff,
Schwefeloxide, Stickoxide uut dä Scharutt komme soll.
En en jroot Kohle-Lajer, wat kin Daak hai, solle 280.000
Tonne Kohle jelajert wäde. Die alde Oedingsche Fuhrlütt, die
ehr Jrömels met Kohleverkoop verdennd hant, haie sech
jefreut wie enne Schneekönisch, wenn se Hoflieferant bee
“Trianel” haie wäde könne. Min Frogeree wor wahl te domm.
Och die, wo all dä Kohl herköem. Velleits uut China?
Bes hütt kin Antwort!

Op de Oedingsche Friedhof solle nau all völl Jerippe
em Jraaw rotiere. Dat stong och so em Blättsche. Mar
dat verwongert mech. Die Doode rotiere on die Oedingsche
van hütt? Die meschde bliewe stell. Die sette wahl op de
Vorsteher van de oedingsche Bezirksvertretung . Dä hatt
jesait, dat dat 800-Megawatt-Projekt alleen 4.4 Millione
Tonnen Kohlendioxid in de Loff puste deng. On dann jlick
hengerher: “Das können wir nicht verantworten!” Sin Wooed
en Joddes Ohr!

Köeb ut Oeding


Robin Woelke am 27 November, 2008 um 11:25 #

Hallooooo peeaceee leuteee,

das Kohlekraft werk ist einfach nur müll
kommt ienmal quecksilber und wen Hunde dran riechen kacken die ab weise was ich mein?

So wie Andreas Buscher sagt ich brauche zwar auch arbeit aber ich bin WESTSIDEEE

ALI G IN THE HOUSE MAN
ANDREAS BUSCHERS .. IST SO KLEIN WIE VON NEM BABY


Jan Grabowski am 17 Januar, 2010 um 22:29 #

Das wäre das erste, dass sich Bayer außer Geld um irgend was kümmert, also um die Bürger und Mitarbeiter. Aha, um die Mitarbeiter braucht man sich keine Sorgen zu machen. Vor 20 Jahren 10000 lebten und gearbeitet haben unterm Bayerkreuz.Jetzt unter seinem Licht, nur noch 25, meistens amerykanischer Firmen.
Also sollen wir zulassen, dass unsere Menschen, jetzt die KerrMcGee(Sorry, ausgezogen!), Tronox(Insolvenz!), Lenxes, usw Miarbeiter für den fremden Kapital früher sterben sollen, und auch eigene Kinder mitnehmen…?
Öding ist schön, aber bleibt nicht ohne HILFE so, wie es ist!


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