Über die Energiepolitik
Vom 14. Mai bis 28. Juni 2010 haben die Bürger die Möglichkeit, Einwendungen gegen das geplante Trianel-Steinkohlekraftwerk zu erheben. Den Einwendungsvordruck können Sie hier auch digital downloaden und selbst ausdrucken.
Deutschland ist in den letzten Jahren zu einem Netto-Strom-Exporteur geworden – mit stark steigender Tendenz. Das heißt, Deutschland produziert aktuell so viel Strom, dass große Mengen ins Ausland verkauft werden müssen. Die Größenordnung liegt in der Leistung mehrerer Atomkraftwerke. Insbesondere die europäischen Tochterfirmen der großen Stromkonzerne sind Abnehmer der überschüssigen deutschen Kapazitäten. Sie speisen sich auch aus Altkraftwerken, die längst abgeschrieben sind. Diese sind hochprofitable „Dreckschleudern“! Bisher mussten die Betreiber allerdings nicht für den „Dreck“ bezahlen. Deshalb sind insgesamt rund 40 Kohlekraftwerke (Stand: September 2007, davon mehr als ein Drittel in NRW) in Deutschland im Bau oder in Planung.
Die negativen Folgen zahlen wir, die Bevölkerung. Auch weiterhin soll die Kohle im Verhältnis zu anderen Brennstoffen besser gestellt werden. Darauf hoffen die Energiekonzerne. Während diese Broschüre geschrieben wird, sind 5 Atomkraftwerke nicht am Netz. Gibt es deshalb Versorgungsengpässe? Und auch Maßnahmen zur Energieeinsparung z. B. durch die Verbesserung der Elektrogroßgeräte (z. B. Herd, Waschmaschine, Trockner) sind bei den Prognosen unberücksichtigt.
Warum ist die Entscheidung für ein Steinkohlekraftwerk gefallen?
Betrachtet man die Standorte der geplanten neuen Kraftwerke, kommt man zu dem Schluss, dass Bayern keine und Baden-Württemberg wenig Energie benötigen, denn nur in letzterem Bundesland sollen gerade einmal zwei neue Kohlekraftwerke entstehen. Die übrigen Neubaumaßnahmen findet man in Ballungsräumen wie im Ruhrgebiet. Denn dort, wo bereits „dreckige Luft“ ist, fällt ein weiterer Luftverschmutzer nicht mehr auf.
Und für das Recht, z. B. in Uerdingen soviel Treibhausgas in die Luft zu schicken wie zwei Millionen Autos der Marke Golf mit einer Jahresleistung von 15.000 km, muss zurzeit nichts bezahlt werden. Außerdem ist Importkohle aus Australien, Kolumbien, Südafrika etc. noch billig, nicht zuletzt wegen mangelnder Sicherheitsbedingungen beim Abbau. Zudem sorgen die immer wieder gepriesenen langfristigen Lieferverträge zu annehmbaren“ Preisen beim Energieproduzenten für einen hohen Gewinn. Wie lange diese vermeintlichen Vorteile der Steinkohle bestehen bleiben, kann heute niemand mit Sicherheit vorhersagen.









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