Streit um Kraftwerk Krefeld – neue Vorschläge von der CDU
Pressemitteilung aus der Rheinischen Post vom 20.10.2007:
Kraftwerk: Koalition kriselt
(RP) Der Gegenwind bläst der Krefelder CDU derzeit kräftig ins Gesicht: SPD und FDP haben die Christdemokraten in der vergangenen Woche aufgefordert, das „Nein“ zum Kraftwerk zu überdenken. Doch die CDU bleibt (noch) standhaft. Wilfrid Fabel, CDU Fraktionschef, richtete gestern in einer spontanen Pressekonferenz deutliche Worte an den Koalitionspartner: „Wenn die FDP die Frage des Kraftwerks zur Koalitionsfrage machen will, soll sie das tun. Wir jedenfalls machen das nicht.“ Am Montag hat sich die CDUFraktion getroffen. Einstimmig sei da gegen das Kraftwerk votiert worden, sagt Fabel.
Was wird aus alten Kraftwerken?
Es sind mehrere Gründe, die Fabel noch immer gegen die Bayer-Trianel-Kraftwerkspläne votieren lassen. Erstens die alten Bayer-Kraftwerke. Fabel: „Bayer hat uns erklärt, dass sie nicht rechtlich verbindlich versichern können, dass im Falle eines Neubaus die alten Kraftwerke abgeschaltet werden. Das habe Kartellgründe.“ Dem will Fabel keinen Glauben schenken: Bedenken hat er zudem wegen der Feinstaubentwicklung im Hafen: „Es stellt sich die Frage, ob sich das Kraftwerk auf die Feinstaubbelastung im Hafen auswirkt.“ Ein Kohlekraftwerk könne die Entwicklung des Hafens verhindern, weil die EU-Feinstaubrichtlinien rigider werden. Drittens stellt Fabel in Frage, ob Trianel garantieren könne, dass die für das Kraftwerk nötigen Turbinen geliefert werden: „Es gibt derzeit erhebliche Engpässe auf diesem Markt.“
Was sagt die FDP?
Zeitpunkt FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann nannte gestern Fabels Vorstoß in Sachen Kraftwerk „unglücklich“ und „ungeschickt“. „Das erste von mehreren Prognos-Foren liegt hinter uns.“ Koalition Heitmann sagte, dass es beim Kraftwerk einen offenen Dissens von CDU und FDP gebe.
In der Zwischenzeit hat Fabel zwei Alternativen zur Bayer-Planung ans Laufen gebracht.
Der erste Versuch: „Ich hatte Kontakte zu Gazprom aufgenommen, um mit Gas aus Russland in Krefeld ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk bauen zu können.“ Als die Sache an die Öffentlichkeit kam, habe er diesen Plan wieder fallen lassen müssen. Andernfalls wären die Stadtwerke unter den Druck der heimischen Energieversorger geraten.
Fabel bietet noch eine zweite Alternative an. „Bayer braucht keinen Strom, sondern Dampf“, sagt Fabel. Sein Plan: Die Krefelder Müllverbrennungsanlage (MKVA) soll Dampf für 140 Megawatt Strom liefern. Der restliche Dampf könnte mit einem modernisierten alten Kraftwerk hergestellt werden. „Bayer prüft dies derzeit.“
„Damit wäre der EGK geholfen“
Fabel informierte nach der Pressekonferenz die Grünen über seine Vorschläge. Deren Fraktionschef Rolf Rundmund war gleich vom MKVA-Vorschlag begeistert: „Damit wäre der EGK geholfen, Arbeitsplätze wären gesichert.“ Stünden die Grünen auch als Koalitionspartner bereit? Rundmund: „Ich kann mir vorstellen, dass
Herr Fabel derzeit nicht glücklich über seinen Koalitionspartner ist.“
Quelle: Rheinische Post, 20.10.2007
| 20.10.2007: geschrieben von admin - abgelegt unter (Aktuelles) |



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