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Ärzte – Initiative gegen den Bau des geplanten Kohlekraftwerkes in Uerdingen
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wie leider erst vor kurzem in der Presse veröffentlicht, ist der Bau eines riesigen Kohlekraftwerkes in
Uerdingen geplant. 27 Stadtwerke beteiligen sich an diesem Projekt zusammen mit unserer SWK. Die
elektrische Leistung liegt bei 750 MW, die thermische Leistung ist doppelt so hoch, ausreichend für 1,5
Mio. Haushalte. Pro Stunde werden bei Volllastbetrieb 277 t Kohle verbrannt. Die jährlich freigesetzte
Masse an CO2 beträgt ca 4,4 Mio. t. Die Kohle soll aus Australien, Südafrika und Kolumbien kommen.
Abgesehen von den klimawirksamen Veränderungen durch ein solches Kraftwerk, kommen
wissenschaftliche Untersuchungen zu folgenden Ergebnissen:
1. Stone in New England Journal of Med. 10´04: epidemiolog. Studien zeigen einen deutlichen
Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Morbidität. Akute Belastungen z.B. im
Straßenverkehr führen zu erhöhter Gefäßentzündung, erhöhter Viskosität des Blutes und
Vasokonstriktion (Triggerung von Herzinfarkten)
2. Miller in: The New England Journal of Medicine: Die Untersuchung von 66.000 Frauen zeigte,
dass eine erhöhte Feinstaubexposition zu einer deutlich erhöhten Rate von z.T. tödlichen
kardiovaskulären Ereignissen führt.
3. Clancy in: The Lancet: Nach dem Verbot der Kohleverfeuerung in Dublin am 1.9.1990 reduzierte
sich die Morbidität und Mortalität an respiratorischen und kardiovaskulären Ereignissen deutlicher als
erwartet.
4. Kley in: Deutsches Ärzteblatt 3´06: Eine deutliche Zunahme von Allergien bei Kindern wird bei
höherer Luftverschmutzung beobachtet.
5. Zylka-Menhorn in: Deutsches Ärzteblatt 4 ´05: Der Zusammenhang von chron Husten,
Bronchitiden, kardiovaskulären Risiken, Verschlechterung der Lungenfunktion, Lungen Ca und
Verkürzung der Lebenserwartung gilt als gesichert. Dr Lahl, Bundesumweltministerium: Wir können
davon ausgehen, dass mehr Menschen durch Feinstaubexposition sterben als durch Verkehrsunfälle.
Sehr hohe Feinstaubkonzentrationen führen zu einer Erhöhung der Herzinfarktrate um 48% nach 24
Stunden und 69% nach 48 Stunden. Eine Erhöhung der Feinstaubkonzentration um 10ug/m3 im
Jahresmittel erhöht die Gesamtmortalität um 6%, Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 9%, und
LungenCa.um 14%. In Mehrschadstoffmodellen konnte nachgewiesen werden, dass die
Kurzzeitwirkungen von Schwebstaub bedeutsamer sind als die von gasförmigen Schadstoffen wie
Ozon, NO2, SO2 und CO.
Dies sind nur einige Blitzlichter aus meinen Recherchen, die Originalarbeiten können bei mir
eingesehen oder zugeschickt werden.
Wir wissen, dass unsere Region bereits zu den hochbelasteten Regionen gehört mit der Folge einer
erhöhten Rate an Tumoren, respiratorischen Erkrankungen, Allergien u.ä. Auch wenn eine
„Umweltprüfung“ ergeben sollte, dass das Kraftwerk gebaut werden darf, wissen wir z.B. durch o.g.
Studien sicher, dass eine erhöhte Morbidität und Mortalität die Folge sein wird.
Die Zeit drängt. Am 8.März stimmt der Stadtrat in einer öffentlichen Sitzung ab, ob das Kohlekraftwerk
städtischerseits gewünscht wird. Wenn Sie diese Initiative zusammen mit dem NABU, BUND, NUV und
dem Umweltforum Duisburg gegen das Kohlekraftwerk unterstützen wollen, bitte ich um Ihre
Bestätigung per Unterschrift und Rücksendung / Fax an mich. Für Gemeinschaftspraxen ist die
Unterschrift jedes Kollegen wertvoll.
PDF-Download: Ärzteinitiative Ärzteinitiative
| 07.03.2007: geschrieben von admin - abgelegt unter (Aktuelles) |



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